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Ausstellung // Bewegte Zeiten: Frankfurt in den 1960er JahrenAusstellung // Bewegte Zeiten: Frankfurt in den 1960er Jahren

Mittwoch, 18.11.2020 ab 10:00 bis
Mittwoch, 18.11.2020 um 18:00


Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main
Münzgasse 9
60311 Frankfurt am Main

Ausstellung // Bewegte Zeiten: Frankfurt in den 1960er Jahren

+++ AUSSTELLUNG verlängert bis 18. April 2021 +++
+++ Eintritt: frei +++
Frankfurt zeigte sich in den 1960er Jahren als eine Stadt im Wandel. Wirtschaftswunder und Wiederaufbau hatten die Mainmetropole zwar in den 1950er Jahren in modernen Formen neu entstehen lassen, doch die baulichen Herausforderungen nach Kriegsende ließen sich nicht binnen 15 Jahre meistern. So sah sich Frankfurt in den 1960er Jahren weiterhin mit Wohnungsnot und Verkehrsfragen konfrontiert. Gleichzeitig drängten die Frankfurter*innen in der gefestigten westdeutschen Demokratie auf mehr Mitbestimmung: in Bildungs- wie in Baufragen, bei Reformen, dem Umgang mit der eigenen Vergangenheit wie bei politischer Beteiligung.


Der Titel der Ausstellung steht sinnbildlich für Frankfurt in den 1960er Jahren. Die Stadt befand sich im Aufbruch, alles schien in Bewegung. Die für die Stadtbevölkerung wichtigen Themen wurden im öffentlichen Raum diskutiert: Vor Gericht standen die Täter von Auschwitz, auf den Straßen protestierten die Frankfurter*innen für die 40-Stunden-Woche und Frieden auf der Welt, gegen die Notstandsgesetze und verkrustete Strukturen an den Universitäten sowie für bessere Bildung an den Schulen und weniger Fluglärm.

Tausende füllten beim Besuch John F. Kennedys die Straßen. Die Stadtbahn bewegte als neues Verkehrsmittel die Pendlermassen ins Herz der Stadt, in Frankfurts Norden bewegten die Bagger Tonnen an Erdreich, um Raum für die Nordweststadt zu schaffen. Geplante Großbauprojekte – viele im Stil des Brutalismus – bewegten und erhitzten die Gemüter. Die boomende Wirtschaft zog Gastarbeiter*innen aus dem Süden Europas an und der Sport bewegte die Massen. Musik, Tanz und Mode manifestierten sich in einer neuen Jugendbewegung, die in „68“ kulminierte.

Die Ausstellung erläutert und visualisiert die Entwicklungen dieses bewegten Jahrzehnts und zeigt zahlreiche Objekte, Abbildungen und Filme aus den Beständen des Instituts für Stadtgeschichte. Zu sehen sind Wahlwerbung der Parteien, Papiermodelle und Erinnerungstücke an die U-Bahn-Eröffnung, Theaterprogramme, Flyer, Aufkleber und Flugblätter gegen den Vietnamkrieg und die Notstandsgesetzgebung sowie Gesellschaftsspiele, Kataloge und Produktwerbung.

An Medienstationen lässt sich das Jahrzehnt mit verschiedenen Filmausschnitten und Dokumentationen über den Kennedybesuch, den U-Bahnbau, politische und kulturelle Ereignisse auch in bewegten Bildern erleben.

An einer Lesestation finden die Besucher*innen ausgewählte Archivalien aus den Beständen des Instituts für Stadtgeschichte, um die Themen der Ausstellung selbst zu vertiefen. Über 40 Originalquellen bieten einen forschenden Einstieg in sechs Themenfelder. Sie umfassen Dokumente der Protest- und Studentenbewegung, ebenso wie Auszüge aus Schülerzeitungen und zu Alltagsfragen.

Ergänzt wird die Schau durch ein Begleitbuch, Vorträge, Führungen, Zeitzeugengespräche und Sonderveranstaltungen.

Weitere Informationen zur Ausstellung auf der Webseite des Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main: https://bit.ly/39fXHkl